Kalamata

Kalamata mit seinen rund 70.000 Einwohnern ist das Zentrum der Region Messenien im Süden des Peloponnes. Richtung Norden und Osten bildet das grandiose Felsmassiv des Taygetos-Gebirges einen imposanten Hintergrund. Der internationale Flughafen ist wenige Kilometer entfernt und verbindet den südlichen Peloponnes mit vielen Städten Europas. Die Autobahn von Athen über Korinth endet hier. Es ist eine sehr lebendige Stadt mit ganz unterschiedlichen Bereichen.

Ypapanti Kirche

Ypapanti Kirche in Kalamata

Der Hafen

Der Handelshafen ist der größte in Messenien. Die Marina Kalamata liegt direkt daneben und bietet Yachten bis 25 Metern Länge und maximal 3 Metern Tiefgang bis zu 250 Liegeplätze. Versorgungs- und Serviceeinrichtungen sind ausreichend vorhanden. Weitere detaillierte Infos zur Marina findet Ihr hier.

Die Uferpromenade

An der Küste von Kalamata erstrecken sich viele Hotels, Restaurants und Bistros entlang des rund 2,5 km langen Hauptstrands. Abends ist hier richtig was los. Eine Mischung aus Einheimischen und Touristen beleben dann die Promenade mit ihren Clubs, Bars und Cafés teilweise bis weit in die Nacht.

Die Altstadt von Kalamata

Im Zentrum liegt die Altstadt. Hier herrscht insbesondere vormittags rege Tätigkeit. Hier findest Du in den engen Gassen viele kleine Geschäfte, die spezialisiert sind auf ihre Produkte. Auf einem zentralen Platz gibt es ein oft genutztes Fotomotiv: Die kleine Apostelkirche, in der laut Überlieferung der Aufstand ausgerufen und die erste Messe in Kalamata nach der Befreiung gelesen wurde. Der Name des Platzes wo die Kirche steht, 23is Martiou (23. März) erinnert an das Datum, an dem die Stadt 1821 von den Türken befreit wurde.
Direkt daneben befindet sich das Archäologische Museum von Kalamata. Um wenigstens einen Teil dort zu erkunden sollte entsprechend Zeit eingeplant werden.

Kirche vom 23. März

Kirche vom 23. März in der Altstadt von Kalamata

In der neu errichteten Fußgängerzone (angrenzend an die Altstadt) gibt es jede Menge Geschäfte und gastronomische Betriebe, die durchaus dem Vergleich mit denen in mitteleuropäischen Städten standhalten können.
Kalamata Fussgängerzone

Das Kastro von Kalamata

Das Kastro von Kalamata ist eine beeindruckende mittelalterliche Festung, die hoch über der Stadt und dem Fluss Nedon thront. Es ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern auch ein lebendiges Zeugnis vergangener Epochen.

Die Gründung der Festung geht auf die byzantinische Zeit zurück. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts wurde sie während der Herrschaft der Franken zur heutigen Form umgebaut. Sie diente zunächst als militärische Festung zum Schutz vor Eindringlingen und Piraten. Im Laufe der Jahrhunderte erlebte die Burg zahlreiche Eroberungen von verschiedenen Besatzern, unter anderem von den Osmanen und den Venezianern. Dabei wurde die Festung immer wieder umgebaut und erweitert, wodurch es zu einem imposanten Komplex aus Türmen, Mauern und Bastionen heranwuchs.

Die Burg von Kalamata ist ein typisches Beispiel für die Burgen, die von den Franken gegründet wurden, um ihre Vorherrschaft in der Region zu festigen. Eine innere befestigte Anlage umgibt den Gipfel des Hügels, während eine zweite Anlage einen größeren Bereich schützt. Die Mauern der Burg sind senkrecht und folgen den natürlichen Konturen des Geländes, während die Wälle nicht erhalten geblieben sind. Über dem Eingangstor sticht das Relief des Markuslöwen hervor, das von den Eingriffen der Venezianer zeugt.

Heute ist die Burg von Kalamata ein beliebtes Ziel für Touristen und Geschichtsinteressierte. Beim Betreten der Festungsmauern fühlt man sich unweigerlich in eine andere Zeit versetzt. Der Blick von den hohen Mauern auf die Stadt ist imposant und vermittelt ein Gefühl der Verbundenheit mit der Geschichte.

Neben seiner historischen Bedeutung ist das Kastro von Kalamata auch ein kulturelles Zentrum, in dem regelmäßig Veranstaltungen und Ausstellungen in den Sommermonaten stattfinden. Dies sind vor allem Konzerte, Tanz- und Theateraufführungen.

Für die Bewohner von Kalamata ist das Kastro mehr als nur ein touristisches Highlight. Es ist ein Symbol der Identität und des Stolzes, das die reiche Geschichte und das Erbe der Stadt verkörpert. Viele lokale Vereine und Organisationen engagieren sich aktiv für den Erhalt und die Pflege der Festung, um sicherzustellen, dass sie auch für zukünftige Generationen erhalten bleibt.

Internationales Tanzfestival von Kalamata

Das Kalamata International Dance Festival findet seit 1995 jedes Jahr  im Sommer statt, also 2024 zum 30. Mal. Bekannte griechische und ausländische Künstler präsentieren beim Internationalen Tanzfestival von Kalamata ihre Werke und es kommen viele Besucher*innen aus Kalamata, ganz Griechenland und aus dem Ausland.

2023 fand es an 10 aufeinander folgenden Tagen statt. Es gab Aufführungen für alle Altersgruppen und spezielle Publikumsgruppen. Choreographen, Tänzer und Tanzlehrer aus 10 Ländern bzw. vier Kontinenten nahmen teil. Das Programm umfasst Tanzshows, verschiedene Tanzgenres, Theater und Live-Musik.

Dieses Jahr findet das Kalamata Dance Festival vom 12 – 21. Juli statt.

Das Eisenbahnmuseum

Wer zu Fuß von der Altstadt kommt geht die moderne Fußgängerzone entlang, immer weiter Richtung Meer, entlang an einem Vergnügungspark und einem großen Kinderspielplatz. Kurz vor dem Hafen von Kalamata liegt dann das sehenswerte Eisenbahnmuseum. Es sind alte Dampflokomotiven, Personen- und Güterwagen zu besichtigen und auch zu betreten. Nicht nur für Kinder ein lohnendes Ziel. Die folgende Diashow spricht für sich…

Der Bauernmarkt von Kalamata

Jeden Mittwoch und Samstag ist Markttag. Der große Bauernmarkt (Laiki genannt) mit seiner Markthalle und der großen Außenfläche liegt in der Nähe der Altstadt und dem Zentrum. Zum reichhaltigen Angebot gehören Obst und Gemüse sowie Fleisch und Fisch. Natürlich gibt es auch reichlich Oliven, Olivenöl und regionale Kräuter. Der Markt teilt sich in mehrere Bereiche. In der Markthalle selbst findet ihr meist Fleisch und Fisch, der von den Händlern auf Wunsch entsprechend zugeschnitten und ausgenommen wird. Außerhalb der Halle werden alle anderen Erzeugnisse angeboten.

Erdbeben von Kalamata 1986

Am 13. September 1986 wurde Kalamata von einem verheerenden Erdbeben erschüttert, das weitreichende Zerstörungen und tragische Verluste verursachte. Das Beben, das eine Stärke von 6,0 auf der Richterskala erreichte, hinterließ tiefe Narben in der Region und prägte das Bewusstsein für die Notwendigkeit besserer Vorsorge- und Katastrophenschutzmaßnahmen.

Das Ereignis:

Das Erdbeben ereignete sich um 20:24 Uhr Ortszeit und hatte sein Epizentrum in der Nähe von Kalamata (6,3 km südostlich in einer Tiefe von 11,2 km). Die Erschütterungen waren in einem weiten Umkreis zu spüren und richteten besonders in Kalamata und den umliegenden Dörfern schwere Schäden an. Gebäude stürzten ein, Straßen brachen auf und zahlreiche Menschen wurden unter den Trümmern begraben. Besonders die Altstadt von Kalamata war stark in Mitleidenschaft gezogen.

Folgen:

Die Auswirkungen des Erdbebens waren verheerend. 20 Menschen verloren ihr Leben, Hunderte wurden verletzt und unzählige Familien wurden obdachlos. Jedes fünfte Haus stürzte ein oder war so stark beschädigt, dass es abgerissen werden musste. Die Opferzahlen sind jedoch relativ gering, da es an diesem Samstag  sehr warm war und viele Menschen sich im Freien aufhielten. Die Infrastruktur der Region wurde stark beschädigt, darunter Straßen, Brücken, Schulen und Krankenhäuser. Die Rettungs- und Bergungsarbeiten dauerten Wochen an, während die Überlebenden versuchten, sich inmitten des Chaos zurechtzufinden.

Reaktion und Wiederaufbau:

Die griechische Regierung und internationale Hilfsorganisationen mobilisierten sofort Ressourcen und Unterstützung, um den Betroffenen zu helfen. Notunterkünfte wurden eingerichtet, medizinische Versorgung bereitgestellt und Nahrungsmittel sowie andere lebenswichtige Güter verteilt. Die Wiederaufbauarbeiten begannen rasch, aber es würde Jahre dauern, bis die Region sich von den Schäden erholte.

Lehren und Maßnahmen:

Das Erdbeben von Kalamata war ein Weckruf für Griechenland und die Welt, die Notwendigkeit verbesserter Erdbebenvorsorge und Katastrophenschutzmaßnahmen anzuerkennen. In den Jahren nach dem Beben wurden in Griechenland verstärkt Bauvorschriften eingeführt, um die Widerstandsfähigkeit von Gebäuden gegen Erdbeben zu verbessern. Mittlerweile werden alle Neubauten mit einem Stahlbeton-Skelett ausgestattet, was die Erdbebensicherheit deutlich erhöht. Außerdem wurden Frühwarnsysteme installiert und Notfallpläne entwickelt, um im Falle zukünftiger Katastrophen besser gerüstet zu sein.

Letzte Aktualisierung: 8. April 2024

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